Margaret George - Ich, Heinreich VIII
Den Roman "Ich, Heinrich VIII." von Margaret George legte ich mir zu, nachdem ich fasziniert "Die Schwester der Königin" von Philippa Gregory gelesen hatte (Rezension folgt).
Ich wollte wissen, wie sich das damalige Geschehen in England im 16. Jahrhundert wohl aus Henry Tudors Sicht abgespielt haben könnte. Heinrich erzählt in diesem Roman selbst aus seinem Leben; seine Aufzeichnungen werden zwischendurch von seinem Hofnarren Will Somers kommentiert.
Henry Tudor, der berüchtigte englische König, hatte sechs Ehefrauen, von denen er zwei köpfen ließ.
"Divorced, Beheaded, Died, Divorced, Beheaded, Survived." (Geschieden, Geköpft, Gestorben, Geschieden, Geköpft, Überlebt) - diesen Abzählreim gibt es in England, um sich zu merken, in welcher Reihenfolge Heinrich seine Ehefrauen loswurde. Bis auf die letzte natürlich, die durch Heinrichs Tod vor einem Schicksal wie dem ihrer Vorgängerinnen bewahrt wurde.
Henry ist anfangs noch eine ganz sympathische Erscheinung. Aus dem charismatischen Intellektuellen, der mehrere Sprachen beherrscht und Humanisten an seinen Hof lädt, wird mit der Zeit jedoch ein unberechenbares Monster, das viele seiner engsten Freunde und Berater hinrichten lässt. Sein Bruch mit der römischen Kirche und die Gründung der anglikanischen führt zu Unruhen nicht nur innerhalb Englands. Henry verfolgt allerdings keine konsequente Linie, sondern lässt sich immer wieder von seinen Beratern, die er regelmäßig "auswechselt", leiten. So lässt er Menschen für Vergehen hinrichten, die etwas später keine mehr sind.
Henry lebt in ständiger Sorge hinsichtlich eines Thronfolgers, da seine ersten beiden Frauen ihm "nur" Mädchen geboren haben. Alle männlichen Kinder sterben schon kurz nach der Geburt oder noch während der Schwangerschaft. Schließlich schenkt ihm Jane Seymour mit Edward den ersehnten Thronfolger. (Dass Edward seinen Vater nur um sechs Jahre überlebt, seine Tochter Mary (bekannt als "Bloody Mary") nach Edward den Thron besteigt und schließlich ausgerechnet die "Bastardtochter" von ihm und Anne Boleyn, Elisabeth, ein neues Zeitalter einläutet - was hätte Henry wohl dazu gesagt, hätte er es noch erlebt?)
Normalerweise fühlt man als Leser mit dem Ich-Erzähler; in diesem Fall aber konnte ich das nach einer Weile nicht mehr. Nicht nur aus heutiger Sicht erscheinen einem die unzähligen Hinrichtungen, die Henry veranlasste, grausam und unbegründet; auch in der damaligen Zeit mussten viele Menschen aus Henrys Kreis fürchten, mit der Gunst des Königs auch ihr Leben zu verlieren.
Den Roman fand ich etwa bis zur Hälfte noch recht fesselnd, danach zog sich alles immer mehr in die Länge und war für mich ziemlich ermüdend, obwohl ich sonst mit Wälzern über 1000 Seiten keine Probleme habe. Die Frauen an Henrys Seite bleiben allesamt etwas blass - verständlicherweise. König Heinrich interessierte sich, zumindest diesem Roman nach, eher wenig für ihre Gefühlslage.
Gerade das aber hat mich neugierig gemacht. Die Geschichte von Anne Boleyn und ihrer Schwester, die vor Anne Geliebte des Königs war, kannte ich ja nun schon durch Philippa Gregorys Roman.
Die letzte Ehefrau von Heinrich VIII., Catherine Parr, lernte ich in einem anderen Roman näher kennen - dazu später an anderer Stelle mehr. Interessant finde ich auch die vierte Gemahlin des Königs, Anna von Kleve. Vielleicht findet sich dazu ja auch noch Lesestoff.

Ich wollte wissen, wie sich das damalige Geschehen in England im 16. Jahrhundert wohl aus Henry Tudors Sicht abgespielt haben könnte. Heinrich erzählt in diesem Roman selbst aus seinem Leben; seine Aufzeichnungen werden zwischendurch von seinem Hofnarren Will Somers kommentiert.
Henry Tudor, der berüchtigte englische König, hatte sechs Ehefrauen, von denen er zwei köpfen ließ.
"Divorced, Beheaded, Died, Divorced, Beheaded, Survived." (Geschieden, Geköpft, Gestorben, Geschieden, Geköpft, Überlebt) - diesen Abzählreim gibt es in England, um sich zu merken, in welcher Reihenfolge Heinrich seine Ehefrauen loswurde. Bis auf die letzte natürlich, die durch Heinrichs Tod vor einem Schicksal wie dem ihrer Vorgängerinnen bewahrt wurde.
Henry ist anfangs noch eine ganz sympathische Erscheinung. Aus dem charismatischen Intellektuellen, der mehrere Sprachen beherrscht und Humanisten an seinen Hof lädt, wird mit der Zeit jedoch ein unberechenbares Monster, das viele seiner engsten Freunde und Berater hinrichten lässt. Sein Bruch mit der römischen Kirche und die Gründung der anglikanischen führt zu Unruhen nicht nur innerhalb Englands. Henry verfolgt allerdings keine konsequente Linie, sondern lässt sich immer wieder von seinen Beratern, die er regelmäßig "auswechselt", leiten. So lässt er Menschen für Vergehen hinrichten, die etwas später keine mehr sind.
Henry lebt in ständiger Sorge hinsichtlich eines Thronfolgers, da seine ersten beiden Frauen ihm "nur" Mädchen geboren haben. Alle männlichen Kinder sterben schon kurz nach der Geburt oder noch während der Schwangerschaft. Schließlich schenkt ihm Jane Seymour mit Edward den ersehnten Thronfolger. (Dass Edward seinen Vater nur um sechs Jahre überlebt, seine Tochter Mary (bekannt als "Bloody Mary") nach Edward den Thron besteigt und schließlich ausgerechnet die "Bastardtochter" von ihm und Anne Boleyn, Elisabeth, ein neues Zeitalter einläutet - was hätte Henry wohl dazu gesagt, hätte er es noch erlebt?)
Normalerweise fühlt man als Leser mit dem Ich-Erzähler; in diesem Fall aber konnte ich das nach einer Weile nicht mehr. Nicht nur aus heutiger Sicht erscheinen einem die unzähligen Hinrichtungen, die Henry veranlasste, grausam und unbegründet; auch in der damaligen Zeit mussten viele Menschen aus Henrys Kreis fürchten, mit der Gunst des Königs auch ihr Leben zu verlieren.
Den Roman fand ich etwa bis zur Hälfte noch recht fesselnd, danach zog sich alles immer mehr in die Länge und war für mich ziemlich ermüdend, obwohl ich sonst mit Wälzern über 1000 Seiten keine Probleme habe. Die Frauen an Henrys Seite bleiben allesamt etwas blass - verständlicherweise. König Heinrich interessierte sich, zumindest diesem Roman nach, eher wenig für ihre Gefühlslage.
Gerade das aber hat mich neugierig gemacht. Die Geschichte von Anne Boleyn und ihrer Schwester, die vor Anne Geliebte des Königs war, kannte ich ja nun schon durch Philippa Gregorys Roman.
Die letzte Ehefrau von Heinrich VIII., Catherine Parr, lernte ich in einem anderen Roman näher kennen - dazu später an anderer Stelle mehr. Interessant finde ich auch die vierte Gemahlin des Königs, Anna von Kleve. Vielleicht findet sich dazu ja auch noch Lesestoff.

Der Artikel wurde am 13.03.2009 von Silvia veröffentlicht.

