Sportprogramm oder nur Aufwärmübungen
Ich bin stolz auf mich. Ich habe gestern nach geschlagenen eineinhalb Jahren wieder mit etwas Sport angefangen. Allerdings zögere ich, das hier tatsächlich als Sport zu bezeichnen, denn was ich da mache, ist für andere maximal eine Aufwärmübung.Ich habe gestern meine Laufschuhe wieder aus dem Schrank geholt und eine winzige Runde durch den Wald gedreht. Wenn ich winzig schreibe, meine ich das auch. Zumal ich schon nach der Hälfte des Weges so heftige Seitenstiche bekam, dass ich eine Weile gehen musste. Im Grunde war es erbärmlich, aber ich habe beschlossen, mich daran nicht zu stören. Irgendwann wird es bestimmt besser.
Heute war ich wieder laufen; die Runde war ein kleines bißchen weniger winzig. Und diesmal musste ich nicht gehen, sondern bin bis zur Haustür durchgelaufen. (Schleichen mit Schwebephasen?)
Ich war leider schon immer ein unsportlicher Typ. Obwohl ich schon früh im Turnverein und im Schwimmverein war - ich bin anscheinend in sportlicher Hinsicht völlig talentfrei. In der Schule gehörte ich zu denen, die bei Mannschaftssportarten als letzte auf der Bank saßen ... Ich habe den Sportunterricht gehasst.
Schwimmen ist bis heute die einzige Sportart, die mir halbwegs liegt. Ich schwimme wirklich gern, aber im hiesigen Schwimmbad macht es dann doch nicht wirklich Spaß. Offenbar sind zu jeder Tageszeit Rentner dort. Ich habe es früh morgens, mittags und abends versucht. Ich will hier auf keinen Fall über Rentner herziehen - ich finde es toll, wenn sich ältere Menschen noch regelmäßig bewegen und sich fit halten. Nur habe ich ein ganz anderes Tempo drauf als sie. Leider habe ich es nicht einmal erlebt, dass man mir ein bißchen Platz lässt. Wenn man dann den siebten Kriechschwimmer überholt hat, ständig abbremsen und sich umschauen muss, dass man niemanden über den Haufen schwimmt, geht der Spaß verloren.
Wieder in einen Verein? Darauf habe ich auch keine Lust, denn da ist man so termingebunden. Somit scheidet regelmäßiges Schwimmen also aus.
Vor vier Jahren begann ich dann zum ersten Mal mit dem Laufen. Das war für mich eine riesige Herausforderung. Die ganze Lauf-Geschichte entstand aus einer Art Gruppendruck. Ich bin mit einigen Mädels befreundet, die ähnlich unsportlich sind wie ich, und um uns zu motivieren, beschlossen wir, beim FunRun im Rahmen des Karstadt-Marathons 2005 teilzunehmen. 4,2 km - für jemanden, der niemals zuvor mehr als einen 400-m-Lauf hinter sich gebracht hat, ist das tatsächlich "viel". Wir begannen im Winter mit dem Training und liefen den FunRun dann auch tatsächlich mit.
Danach war ich furchtbar motiviert und träumte von einem 10-km-Lauf. Leider ist das Träumen allein keine wirksame Trainingsmethode, und nach und nach löste sich mein neu entdeckter Sportsgeist in Luft auf.
Zwischendurch habe ich immer wieder neue Versuche gestartet, und wie gesagt, der letzte begann gestern. Es gibt so viele gute Gründe, wieder etwas Kondition zu bekommen und regelmäßig zu laufen. Ich darf sie nur nicht vergessen ...
1. Gesundheit, ganz klar.
2. Ausdauer für Konzerte, wenn ich denn mit meiner neuen Band Goldmill endlich mal auf die Bühne kann.
3. Figur. Gewichtsprobleme habe ich zwar schon lange nicht mehr, aber das reicht ja noch nicht, um die Schwerkraft zu besiegen. Mucki-Po und straffer Bauch, das wäre doch mal was.
Ich spüre gerade meinem ersten leichten Muskelkater seit langem nach. Morgen geht es weiter. Gleiche Runde wie heute, eine Steigerung kommt noch. Drückt mal die Daumen ...
Der Artikel wurde am 04.03.2009 von Silvia veröffentlicht.
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