Myra und die versunkene Stadt
Der Tagesausflug nach Myra (Demre) war leider kein besonderes Highlight. Da Myra ein gutes Stück von Kemer entfernt liegt, verzichteten wir dieses Mal auf den Dolmus und buchten die Tour für 25,- Euro pro Nase bei einem Straßenhändler.Der Busfahrer hatte offenbar seine morgendlichen Tranquilizer vergessen und steuerte in halsbrecherischem Tempo die kurvenreichen Straßen entlang. Da wir zwei Holländer mit an Bord hatten, erzählte der schnarchnasige Reiseführer jeweils auf Deutsch und Englisch über die Gegend.
Zuerst fuhren wir zu den Felsengräbern und dem römischen Theater. Ich erfahre wirklich gern einiges über die Geschichte eines Ortes, doch der Vortrag unseres Reiseführers war langatmig und nicht wirklich informativ. Höflicherweise hörten wir bis zum Ende zu, waren dann aber froh, als wir endlich losziehen konnten, um die Örtlichkeiten auf eigene Faust zu erkunden. Zwei große Mankos hatte die ganze Sache: Wir hatten nur eine halbe Stunde Zeit, und außerdem war es ziemlich voll. Wie es in der Hauptsaison bei den Felsengräbern von Myra zugehen mag, will ich mir gar nicht vorstellen. Ich gebe zu, wir sind verwöhnt. Bei unseren anderen Ausflügen waren wir oft ganz allein, keine anderen Touris in Sichtweite. Trotzdem fand ich besonders das Theater sehr beeindruckend.




Im Anschluss ging es zur Kirche des Heiligen Sankt Nikolaus. Der Reiseführer sammelte im Bus das Eintrittsgeld ein; als wir die Tickets in den Händen hielten, stellten wir fest, dass er pro Person zwei Lira mehr eingesackt hatte. Er erzählte wieder viel, aber erneut nicht das, was ich gern gewusst hätte. In der Kirche war es voll; vor allen spannenden Sehenswürdigkeiten standen Reisegruppen. Fast nur Russen, so dass wir uns nicht einfach dazustellen konnten, um zuzuhören.
Nach dem Kirchenbesuch gab es ein durchschnittlich gutes Mittagessen. Danach setzten wir uns wieder in den Bus und fuhren zu den Ausflugsbooten, um die zweistündige Tour nach Kekova, der versunkenen Stadt, anzutreten. Unsere kleine Gruppe landete in einem Boot mit einer russischen Reisegruppe. So bekamen wir alle Informationen nacheinander hektisch auf Russisch, Deutsch und Englisch heruntergeleiert, ständig untermalt von Rückkoppelungen.
Zu allem Überfluss war es ziemlich windig, so dass keine rechte Idylle aufkommen wollte, als wir an den teilweise im Wasser versunkenen Ruinen vorbeifuhren.


Zum Schluss gab es noch einen halbstündigen Badestopp in einer Bucht, bevor es mit unserem aufgekratzten Süleyman wieder heimwärts gen Çamyuva ging.
Fazit: Es war schön, aber nicht umwerfend. Geführte Touren sind nichts für uns, das mussten wir einsehen – da fehlt einfach der Abenteuerfaktor, der auch durch einen durchgeknallten Busfahrer nicht wettgemacht werden kann.
Der Artikel wurde am 25.06.2008 von Silvia veröffentlicht.
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