Phaselis
Die antike Stadt Phaselis wurde vermutlich um 690 v. Chr. gegründet. 333 v. Chr. ergab sie sich Alexander dem Großen. Anfang des 1. Jahrhunderts v. Chr. wurde Phaselis in den Seeräuberkriegen weitgehend zerstört und erst unter Domitian, Trajan und Hadrian wieder aufgebaut. Die meisten erhaltenen Ruinen stammen aus dieser Zeit. Die späteren Einfälle der Piraten und Araber im 7. Jahrhundert bedeuteten den Untergang der Stadt, und seit dem 10. Jahrhundert wurde Phaselis leider als Steinbruch genutzt.Phaselis ist nur einen Katzensprung von Kemer bzw. Çamyuva entfernt und direkt via Dolmus zu erreichen. Vom Kassenhaus aus führt ein ca. 1 km langer Weg durch den Wald zur eigentlichen Stadt. Diesen Weg zu laufen lohnt sich schon, denn je mehr man sich der Stadt nähert, umso mehr lässt sich schon links und rechts des Weges entdecken.


Wir erkundeten zuerst die Nordnekropole und mussten – wie bei jeder anderen antiken Städte zuvor auch – leider feststellen, dass es einigen Besuchern offenbar am nötigen Respekt fehlt: In jedem offenen Sarkopharg, der ohne große Mühen vom Weg aus zu erreichen ist, fand sich jede Menge Müll. Nur die Gräber, die schwerer zugänglich sind, werden von diesem Frevel verschont. Dennoch waren wir auch hier begeistert von der wunderschönen Lage der Stadt und der Atmosphäre, die die Ruinen inmitten des Pinienwaldes umgab. Nachdem wir eine Weile durch die Nordnekropole gewandert waren, fanden wir ein einladendes, einsames Plätzchen in der alten Hafenbucht und erfrischten und im Meer, bevor wir zur alten Prachtstraße und Aquädukt aufbrachen. Entlang der alten Hauptstraße schauten wir uns die Überreste der Thermenanlage an und gelangten schließlich zum Südhafen. Dort blieben wir nicht lang, denn hier ankern unzählige Ausflugsboote mit teilweise lauter Musik, was einfach nicht zu dieser geschichtsträchtigen Umgebung passt.

Auf dem Rückweg stiegen wir zum Theater auf. Die Mittagshitze war wohl ein Grund, dass wir allein dort waren, und so konnte ich ganz ungestört die Akustik testen: Uwe setzte sich in die Ränge, während ich mich in die Mitte stellte, Passagen aus dem Reiseführer hinausbrüllte und ein Liedchen sang. (Hierzu sei gesagt: Zum Singen ist die Akustik doch etwas zu trocken. ;o) )

Der Reiseführer verlockte uns zum Fehler des Tages: Wir wagten vom Theater aus den Aufstieg zur Akropolis. Dort war jedoch alles enorm zugewachsen, hauptsächlich von Dornengestrüpp. In der Hoffnung auf interessante Entdeckungen wagten wir uns dennoch ziemlich weit in diesen Urwald hinein, nur fanden wir leider den Rückweg nicht mehr. Eine halbe Stunde und mit wachsender Verzweiflung irrten wir durch das Unterholz, bis wir endlich einen Abstieg fanden und an einer ganz anderen Stelle wieder herauskamen – das Theater hatten wir mehr als nur knapp verfehlt.
Erhitzt, erschöpft und zerkratzt suchten wir uns einen Platz an der Mauer des Nordhafens – gegenüber der Nekropole, wo wir vormittags schwimmen gewesen waren – und kletterten ein weiteres Mal ins Meer. Von „in die Fluten stürzen“ kann keine Rede sein, denn an dieser Seite des Hafens liegen viele Steine und Mauerreste im Meer, und auch ein paar Seeigel verhindern allzu sorgloses Herumplantschen. Trotzdem war das Schwimmen dort ein Erlebnis. Das Wasser ist glasklar, und an einigen tieferen Stellen entdeckt man durchaus noch die eine oder andere alte Tonscherbe im Meer – ein Paradies für Schnorchler!


Phaselis fanden wir so schön, dass wir es ein zweites Mal besuchten.
Der Artikel wurde am 22.06.2008 von Silvia veröffentlicht.
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