Olympos
Die antike Stadt Olympos war eine der Empfehlungen in unserem Reiseführer. Da sie nur etwa 35 km von unserem Urlaubsdomizil Çamyuva entfernt liegt, war für uns schon vor Beginn des Urlaubs klar: Da müssen wir hin! Trotz der Beschreibungen im Reiseführer wussten wir nicht so recht, was uns erwarten würde.Die Fahrt im Dolmus war schon ziemlich abenteuerlich. Wir mussten zwei Mal umsteigen. Beim ersten Mal setzte uns der Fahrer mitten auf der Hauptstraße aus, nachdem er den vor uns fahrenden Dolmus mit Lichthupe zum Anhalten gebracht hatte. Mit diesem setzten wir unsere Fahrt fort und landeten an einem Umsteigeplatz an der Straße mit tollem Ausblick und eisgekühlten Getränken im Angebot. Dort mussten wir ungefähr eine Stunde warten, bis endlich der dritte Dolmus kam, der uns die kurvenreiche, ca. 11 km lange Straße hinab nach Olympos kutschierte.

In Olympos angekommen, waren wir zunächst etwas orientierungslos und folgten den anderen Besuchern ein Stück, bis uns klar wurde, dass sie nur ein Ziel hatten: den Strand. Für uns waren aber in erster Linie die Ruinen interessant, also gingen wir wieder ein Stück zurück und wandten uns in die andere Richtung. Zahlreiche Gräber mit teilweise gut erhaltenen Inschriften erwarteten uns dort: die Nekropole. Wir folgten den Hinweisschildern Richtung Theater; auf dem Weg lagen überall alte Trümmer, so dass man bei jedem Schritt gut aufpassen musste.

Je weiter wir gingen, desto dichter war die Bewachsung um uns herum. Waren wir an der Nekropole noch anderen Touristen begegnet, so waren wir hier mittlerweile ganz allein und konnten die verwunschene Atmosphäre ungestört genießen. Der Weg war teilweise kaum noch auszumachen, so dass wir uns erstmal im Unterholz verliefen, bis wir schließlich den Weg doch noch entdeckten. Ziemlich plötzlich tat sich dann der Strand von Olympos in seiner ganzen Schönheit vor uns auf – kein Wunder, dass so viele Einheimische und Rucksack-Touristen dorthin pilgern!


Wir suchten uns ein ruhiges Plätzchen im Schatten vor dem Felsmassiv, erfrischten uns im glasklaren und teilweise eiskalten Meer und machten uns nach etwa einer Stunde auf den Rückweg, diesmal den anderen Weg entlang.

Auch hier erwarteten uns noch einige faszinierende Überraschungen. Nebenwege führten uns wieder in dicht bewachsenen Wald hinein; die alten Ruinen sind im Laufe der Jahrhunderte Teil des Waldes geworden und haben einen ganz eigenen, unwirklichen Zauber.



Fazit: Schrammen, blaue Flecken und ein paar Mückenstiche waren nur ein kleiner Preis für das, was wir in Olympos vorgefunden haben. Wunderschöne Natur, Ruinen, die noch den Glanz alter Tage erahnen lassen und abenteuerliche Pfade ließen unsere Entdeckerherzen höher schlagen. Wir waren so begeistert, dass wir am Ende unseres Urlaubs ein zweites Mal dorthin fuhren. Olympos wird immer eine ganz besondere Erinnerung für mich bleiben, und sollte sich eines Tages wieder die Möglichkeit ergeben, werde ich diese zauberhafte Ruinenstadt wieder besuchen.

Der Artikel wurde am 22.06.2008 von Silvia veröffentlicht.
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