Eric Walz - Die Schleier der Salome
Eric Walz strickt eine Geschichte um die berühmt-berüchtigte Salome, der man den Tod Johannes des Täufers zuschreibt. Salome wird als Enkelin von Herodes geboren und wächst als zunächst unscheinbares, aber sehr wissbegieriges Mädchen am Königshof von Judäa auf. Früh wird ihr klar, dass sie Macht erlangen möchte; im Gegensatz zu ihren größtenteils gewalttätigen Verwandten jedoch will sie etwas bewegen.Eine Intrige trennt sie und ihren Geliebten, den Griechen Timon, für viele Jahre. Sie gibt eines Tages die Hoffnung auf ein Wiedersehen auf und heiratet ihren großmütigen Onkel Phillip. Als Timon wieder auftaucht, toleriert Phillip die Liebesbeziehung zu ihm, und sie kann viel guten Einfluss in die Regierungsgeschäfte nehmen.
Ihr Leben nimmt noch viele dramatische Wendungen. Sie lebt eine Weile in Rom, kehrt schließlich in ihre Heimat zurück und muss erleben, wie ihr Volk Andersgläubige, aber auch andere Juden in blutigen Aufständen mordet.
"Die Schleier der Salome" hat mich unheimlich gefesselt, und schon nach der Hälfte der Lektüre war klar: Das ist ein Lieblingsbuch. Eric Walz lässt hauptsächlich historisch verbürgte Personen auftauchen. So begegnet Salome nicht nur den römischen Kaisern der Zeit nach Christi Geburt, sondern verhandelt auch regelmäßig mit Pontius Pilatus, der, ebenso wie sie, in diesem Roman einen ganz anderen Eindruck hinterlässt als den, den man aus Bibelgeschichten bekommt.
Spannend, wundervoll erzählt - Eric Walz hat hier einen würdigen Nachfolger zu seinem Erstling "Die Herrin der Päpste" hingelegt (auch dieser Roman zählt zu meinen Favoriten). Ich hoffe auf weitere historische Romane aus seiner Feder!
Der Artikel wurde am 27.05.2009 von Silvia veröffentlicht.
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Helmut aus Aegidienberg (18.06.2009 - 15:36)
ich schlinge es gerade in mich hinein!!
Ein sehr beeindruckender Satz des Kaisers Tiberius:
„Wer immer uns erschaffen hat, war klug genug, unsere Lebenszeit zu begrenzen.
Mit viel Glück werden wir achtzig Jahre alt, wahrlich keine lange Zeit angesichts der Jahrtausende.
Trotzdem schaffen wir es in so kurzer Zeit, uns das Leben gegenseitig zu vergällen.
Wir lügen und betrügen, wir neiden und missgönnen, wir morden, führen Kriege und schlachten Menschen ab und behaupten dabei auch noch, dies alles zum Wohle von irgendwem oder irgendwas zu tun.
Habgier und Egoismus halten uns in ihrem Würgegriff.
Würden wir ewig leben, es wäre furchtbarer als die schlimmste Folter.“
Ein sehr beeindruckender Satz des Kaisers Tiberius:
„Wer immer uns erschaffen hat, war klug genug, unsere Lebenszeit zu begrenzen.
Mit viel Glück werden wir achtzig Jahre alt, wahrlich keine lange Zeit angesichts der Jahrtausende.
Trotzdem schaffen wir es in so kurzer Zeit, uns das Leben gegenseitig zu vergällen.
Wir lügen und betrügen, wir neiden und missgönnen, wir morden, führen Kriege und schlachten Menschen ab und behaupten dabei auch noch, dies alles zum Wohle von irgendwem oder irgendwas zu tun.
Habgier und Egoismus halten uns in ihrem Würgegriff.
Würden wir ewig leben, es wäre furchtbarer als die schlimmste Folter.“



