Angela Dopfer-Werner - Mein Name ist Afra
... spielt um 950 n. Chr. im bayrischen Pitengouua, heute Peiting, also zur Zeit der Ungarneinfälle in Süddeutschland. Die Autorin liefert mit dem Roman eine Geschichte zur der in den 1950ern gefundenen Moorleiche aus Peiting, die bis heute einige Rätsel aufgibt.Afra, Tochter des Dorfmeiers, und Richlint, ein fast gleichaltriges, unfrei geborenes Mädchen, sind von Kindesbeinen an eng befreundet. Beide verlieren durch einen Überfall der Ungarn auf ihr Dorf ihre Mutter, beide werden von Afras Vater mit Männern verheiratet, die sie kaum kennen. Während Afra die Ehe akzeptiert und relativ schnell glücklich mit ihrem Ehemann wird, will sich Richlint nicht in ihr Schicksal fügen. Schon vor der Ehe schwört sie sich, ihrem Mann niemals Kinder zu gebären und findet immer wieder Gründe, sich ihm zu verweigern.
Nach vier Jahren kinderloser Ehe wird Richlint von ihrem Mann verstoßen - genau darauf hat sie jahrelang hingearbeitet. Sie zieht zurück ins Dorf und lässt die alte Freundschaft mit Afra wieder aufleben; den Dorfbewohnern ist sie mit ihrer Lebensweise als alleinstehende, geschiedene Frau jedoch ein Dorn im Auge.
Als sie sich schließlich in einen Anführer der Ungarn, die nun Verbündete sind, verliebt, spitzt sich die Lage zu...
Den Roman habe ich mir auf Grund von ausnahmslos guten Rezensionen gekauft, aber mich hat er ziemlich enttäuscht. Die Personen hatten für mein Empfinden kaum Tiefe. Am meisten genervt hat mich allerdings die sprachliche Gestaltung des Romans. Die Autorin scheint eine Vorliebe für endlos lange Sätze zu haben. Ständig werden Hauptsätze durch "und" aneinandergereiht; das fand ich nicht nur überflüssig, sondern enorm störend für den Lesefluss.
Dieses Buch hinterlässt in meiner Erinnerung nur wenige lebhafte Bilder. Schade; die Grundidee war klasse. Die Umsetzung ist für meinen Geschmack leider nicht besonders gut gelungen.
Der Artikel wurde am 31.03.2009 von Silvia veröffentlicht.
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